1
12
2011
Benrinnes 14 y.o.
- ungefärbt und nicht filtriert -
Benrinnes wurde 1834 unter dem Namen Lyne of Ruthrie von John Innes gegründet. 1838 wurde sie von William Smith & Co. übernommen und umgetauft. 1922 erwarb John Dewar & Sons die Brennerei, verkaufte sie aber schon 1925 an DCL, die sie 1930 an SMD übertrugen. 1955/6 wurde Benrinnes renoviert und 1966 auf sechs Brennblasen (je zwei wash, intermediate und spirit stills) erweitert. 1987 schließlich Übernahme durch UD (heute Diageo). Benrinnes destilliert in einem für die Highlands ungewöhnlichen, teilweise dreifachen Brennverfahren.
Frischer, fruchtiger, leicht floraler und kräutertöniger Duft mit ein wenig Vanillin im Hintergrund. Mittelschwerer, leicht öliger und fester Körper. Anfangs malzig-süßlicher und sehr würziger Geschmack; dann deutlich trockener werdend, mit einer sehr angenehmen, leichten, pfeffrigen Schärfe; gegen Ende mit frischen, leicht trockenen Eichenholznoten.
Sehr langer, angenehm wärmender Abgang; gegen Ende bleiben die trockenen und würzigen Eichenholznoten stehen.
Die Wasserzugabe verstärkt die malzig-süßlichen Noten und mildert die pfeffrige Schärfe; im Hintergrund erscheint eine sehr dezente Torfnote und ein wenig Lakritz.
Unser Tipp: nur sehr wenig Wasser zugeben!
Jetzt günstig einkaufen: statt EUR 49,95 nur 45,– EUR
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
9
11
2011
Bowmore 2001
- Port Wood Finish von Murray McDavid -
Der Name Bowmore (gälisch: Bogh more) bedeutet „Großes Riff“. Die Brennerei wurde angeblich schon 1779 am Ufer des Loch Indaal gegründet – sicher aber 1816 von John Simpson. 1852 wechselte sie in den Besitz von William & James Mutter; 1925 wurde sie von der Sheriff’s Bowmore Distillery Co. übernommen, dann 1950 von William Grigor & Son, die sie 1963 an Stanley P. Morrison Ltd. verkauften. Seit dem 1.8.1994 ist die Firma Morrison Bowmore Distillers Ltd. im Besitz des japanischen Konzerns Suntory.
Angenehm rauchiger Duft mit dezenten Portweinnoten; im Hintergrund ein wenig blühende Johannisbeere. Recht öliger, mittelschwerer Körper. Anfangs fruchtiger Portwein-Geschmack, dann trockener werdend mit leicht salzigen und würzigen Noten; gegen Ende etwas Eichenholz und Torf.
Sehr langer, torfiger und trockener werdender Abgang, untermalt von dezenten Weinnoten. Die Wasserzugabe intensiviert sehr schön den Duft, der Whisky wird im Geschmack runder und im Abgang weniger trocken; die torfigen Noten werden etwas verstärkt.
Unser Tipp: nur wenig Wasser zugeben!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
10
10
2011
Port Charlotte
- An Turas Mor -
Nachdem die im gleichnamigen Ort Port Charlotte gelegene Brennerei bereits 1929 geschlossen wurde, wird dieser recht stark getorfte Whisky (40 ppm) seit 2001 in der Bruichladdich Destillerie produziert.
Bruichladdich wurde 1881 von der Familie Harvey gebaut. Von 1929 bis 1937 war die Brennerei geschlossen; von 1938 bis 1952 im Besitz von National Distillers of America.
1952 wurde sie an Ross & Coulter, 1960 an A. B. Grant und 1968 an Invergordon verkauft. 1975 wurde die Brennerei von zwei auf vier Brennblasen erweitert. 1994 wurde sie von Jim Beam gekauft und geschlossen. Im Dez. 2000 wurde Bruichladdich von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Wright erworben und am 29.05.2001 wieder in Betrieb genommen.
Recht rauchige und sehr komplexe Nase, gepaart mit einer sehr interessanten Meeresbrise. Fester, leicht öliger Körper. Im Geschmack anfangs malzig-süßliche Noten mit viel Torf, dann trockener werdend, recht salzig und mit einer sehr angenehmen Schärfe.
Sehr langer, leicht wärmender Abgang; gegen Ende bleiben die torfigen Noten sehr schön stehen.
Die Wasserzugabe fördert bereits im Duft fruchtig-süßliche Noten zutage und auch der Geschmack wird deutlich süßer, die Schärfe verschwindet; dafür wird der Torf am Ende noch präsenter.
Unser Tipp: Nur vorsichtig Wasser zugeben, der Port Charlotte verträgt nicht allzuviel davon.
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
1
09
2011
Mortlach 1998
- Hogshead-Lagerung von Dun Bheagan -
Die Brennerei wurde vermutlich 1824, sicher aber 1832 gegründet; zuvor wurde an diesem Ort schwarz gebrannt.
Mortlach war die erste legale Brennerei in Dufftown, heute ein sehr wichtiges Zentrum der Whiskyindustrie. Nach dem Verkauf an J. & J. Grant (Glen Grant) wurde Mortlach stillgelegt. 1854 stieg George Cowie mit ein und erweiterte die Destillerie 1897/8 von drei auf sechs Brennblasen. Ab 1923 ist die Firma eine Tochter von John Walker & Sons, die 1925 mit der DCL fusionierten. 1963/4 wurde Mortlach modernisiert und vergrößert. Ab 1987 ist sie im Besitz von UD (heute Diageo).
Recht kräftiger, aromatischer und würziger Duft mit sehr angenehmen Vanillin-Noten und ein wenig Rauch. Voller, öliger Körper. Anfangs malzig-süßlicher Geschmack, dann eine deutliche aber angenehme salzige Schärfe; gegen Ende trockener werdend, mit frischen Eichenholznoten und ein bischen Torf im Hintergrund.
Sehr langer und leicht wärmender Abgang – gegen Ende trockener werdend; die dezente Torfigkeit bleibt sehr schön stehen. Die Wasserzugabe verstärkt im Duft die würzigen und rauchigen Noten; der Geschmack wird kontrastreicher: erst fruchtig-süß, dann deutlich trockener, eichentöniger und mit etwas Heidekraut; der Torf wird vordergründiger. Die Schärfe wird abgemildert; der immer noch sehr lange Abgang wird trockener und torfiger.
Unser Tipp: Verschiedene Verdünnungen ausprobieren! Nicht zuviel Wasser nehmen!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
3
08
2011
Braeval 1996
- Sherry Butt -
Die Brennerei wurde 1973/4 unter dem Namen Braes of Glenlivet von der Firma Chivas Brothers gegründet. Bereits 1975 wurde sie von drei auf fünf, 1978 auf sechs Brennblasen erweitert. 1995 wurde die Destillerie in Braeval umbenannt, um Verwechslungen mit der älteren Schwesterbrennerei Glenlivet zu vermeiden. Schließlich wurde sie 2001 an die Firma Pernod Ricard verkauft, die sie ein Jahr später schlossen. Der Malt von Braeval war für den Blend Chivas Regal gedacht – als Single Malt bekommt man ihn nur gelegentlich von unabhängigen Abfüllern.
Leicht sherrytöniger Duft mit Noten von Kräutern und Blumen. Mittelschwerer Körper, leicht ölig. Fruchtig-süßlicher Geschmack, etwas Marzipan und dezente Sherrynoten; gegen Ende trockenere, leichte Eichenholznoten. Insgesamt ein sehr runder, fruchtiger Geschmack mit schön ausgewogenen Aromen. Recht langer und milder Abgang.
Die Wasserzugabe verstärkt sehr schön den Duft und fördert im Geschmack auch würzige Noten sowie etwas Heidehonig im Hintergrund zutage. Der Abgang wird sogar länger und leicht wärmend.
Unser Tipp: sicher schmeckt der Braeval auch ohne Wasser sehr gut; er wird aber mit etwas Wasser sehr viel reizvoller und subtiler – bitte nur wenig Wasser zugeben!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
30
06
2011
Bladnoch “Distillers Choice”
- naturbelassene Originalabfüllung -
Die Lowland-Brennerei wurde 1817 (vielleicht schon 1814) von Thomas McClelland gegründet und blieb bis 1938 im Familienbesitz es folgten mehrere Besitzer. 1966 wurde Bladnoch von zwei
auf vier Brennblasen erweitert. Dann folgten erneut Besitzerwechsel, 1973 Inver House, 1983 Arthur Bell & Sons. 1985 kam Bladnoch zusammen mit Bell zu United Distillers (UD). Im Juni 1993 wurde die Brennerei geschlossen und im Oktober 1994 an Raymond Armstrong verkauft. Er konnte jedoch erst im Dezember 2000 auch die Brennlizenz erwerben, die zudem mit einer Mengenbegrenzung auf 100.000 Liter pro Jahr verbunden war.
Frischer, leicht fruchtiger Duft mit dezenten Kräuternoten und etwas Vanillin im Hintergrund. Fester, leicht öliger Körper. Sehr aromatischer Geschmack nach Birnen, mit leichten Eichenholznoten und einem Hauch Bittermandel.
Recht langer und angenehm wärmender Abgang. Mit Wasser wird der süßlich-fruchtige Duft etwas getreideartig; der Geschmack anfangs noch etwas süßlicher nach vollreifen Birnen, dann aber trockener werdend; die Eichenholznoten sind etwas deutlicher.
Unser Tipp: verschiedene Verdünnungen ausprobieren – aber nicht zuviel Wasser zugeben!!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
4
05
2011
Glenburgie 1998
- Dun Bheagan Vintage Bottling -
Die Brennerei wurde vermutlich schon 1810 unter dem Namen Kilnflat gegründet; sicher aber spätestens 1829 von William Paul. Nach vielen Besitzerwechseln war Glenburgie von 1927 bis 1935 geschlossen. 1930 übernimmt Stodart für die Kanadische Firma Hiram Walker - Gooderham & Worts die Kontrolle. Diese gehört heute zum Weltkonzern Allied Domecq Wines & Spirits. Bereits 1958 wurde Glenburgie um zwei “Lomond”-Brennblasen erweitert, mit denen der Glencraig bis zu Beginn der 80er Jahre produziert wurde.
Intensiver Duft nach Vanillin sowie dezenteren, malzig-blumigen Aromen. Fester und etwas öliger Körper.
Im Geschmack sehr weich, anfangs malzig-süßlich und mit leicht würzigen Eichenholznoten; dann trockener werdend. Sehr langer und angenehm wärmender Abgang; am Ende bleiben die frischen Eichenholznoten sehr schön stehen.
Die Wasserzugabe macht den Whisky noch weicher und runder; sie verstärkt anfangs die malzig-süßlichen Noten, bevor der Malt wieder trockener und etwas würziger wird.
Unser Tipp: nur sehr vorsichtig Wasser zugeben!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
1
04
2011
Benromach Traditional
- Naturbelassene Originalabfüllung von Gordon & MacPhail -
Benromach wurde 1898/1900 gebaut und gleich wieder geschlossen. Die Brennerei produzierte dann von 1907-1910 und von 1918-1931. Sie kam 1938 in den Besitz von National Distillers of America, die sie 1953 an DCL verkauft haben. 1966 und 1974 wurde Benromach renoviert, aber bereits 1983 wieder geschlossen und sogar teilweise abgerissen. 1987 wurde sie dann von United Distillers übernommen. Der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail erwarb 1992 Benromach, renovierte die Brennerei grundlegend und ging 1998 wieder in Produktion. Benromach verfügt lediglich über zwei relativ kleine Brennblasen: eine wash still mit 7.500 l Kapazität und eine spirit still mit 5.000 l; also ideal für eine unabhängige Firma wie Gordon & MacPhail, um einen qualitativ äußerst hochwertigen Single Malt zu produzieren.
Im Duft erst fruchtige und malzig-süßliche Aromen; dann leicht blumige Noten und ein wenig Torf im Hintergrund. Recht fester und etwas öliger Körper. Anfangs kräftig-würziger Geschmack mit angenehmen Vanillin-/Eichenholznoten, sowie blumigen und kräuterartigen Nuancen; gegen Ende tritt eine dezente Torfigkeit hinzu. Recht langer, leicht wärmender und torfiger werdender Abgang.
Die Wasserzugabe verstärkt die malzige Süße am Anfang und die Kräuternoten im Mittelteil; eine leichte, pfeffrige Schärfe kommt hinzu. Der Abgang wird länger, wärmender und etwas Trockener; am Ende bleiben die würzigen Eichenholznoten und etwas Torf stehen.
Unser Tipp: es ist äußerst reizvoll, verschiedene Verdünnungen auszuprobieren!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
1
03
2011
Isle of Jura 1997
- Naturbelassene Abfüllung von Dhun Bheagan -
Die einzige Brennerei auf der gleichnamigen Insel wurde wahrscheinlich schon 1810, sicher aber 1831 gegründet. 1876 wurde sie von James Ferguson gepachtet und renoviert. Vom 1. Weltkrieg bis 1960 blieb Jura geschlossen und wurde dann nach dreijähriger Bauzeit von Mackinlay McPherson (eine Tochtergesellschaft von Scottish & Newcastle) wiedereröffnet. 1978 Erweiterung der Destillerie-Kapazität von zwei auf vier Brennblasen. 1985 wurde die Brennerei von Invergordon, 1994 von der amerikanischen Firma Jim Beam übernommen. Seit 2001 im Besitz von Kyndal International.
Recht leichte und frische Nase mit dezenten Meeresaromen und leicht süßlichen Honignoten. Fester, leicht öliger Körper. Erstaunlich kräftiger und würziger Geschmack; anfangs leicht süßlich, dann etwas trockener werdend, mit einer sehr angenehmen Salzigkeit und dezenten, frischen Eichenholznoten im Hintergrund. Sehr langer, milder und leicht wärmender Abgang.
Die Wasserzugabe rundet den Whisky sehr gut ab, der Abgang wird sogar noch länger und kräftiger; die Eichenholznoten werden etwas verstärkt, die salzigen und würzigen Noten bleiben sehr schön stehen.
Unser Tipp: Unbedingt mit Wasser experimentieren!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein
5
12
2010
Stronachie 12 y.o.
- Lost in time, not in spirit… -
Stronachie wurde in den 1890er Jahren in einem abgelegenen Tal in der Nähe von Forgandenny (zwischen Perth und Kinross) gebaut. 1907 wurde sie von James Calder erworben und 1926 an die Distillers Company Ltd. verkauft. Wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse und hoher Kohle- und Getreidepreise wurde die Brennerei um 1930 geschlossen und abgerissen.
Die Firma A. D. Rattray (gegründet 1868) repräsentierte Stronachie bereits im späten 19. Jhdt. und erwarb später die Namensrechte. Mit Hilfe einer Originalabfüllung von 1904 wird der Stronachie Single Highland Malt heute in der Benrinnes Destillerie (gegründet 1834) produziert. Benrinnes destilliert in einem ungewöhnlichen, teilweise dreifachen Brennverfahren (je zwei wash, intermediate und spirit stills).
Frischer, fruchtiger und leicht blumiger Duft mit etwas Vanillin und Heidekraut. Mittelschwerer, recht voller und fester Körper. Im Geschmack anfangs süßliche, getreideartige Noten, Vanille und ein wenig Lakritz; dann eine leichte, pfeffrige Schärfe, sowie trockene und würzige Eichenholznoten.
Langer und angenehm wärmender Abgang; gegen Ende trockener werdend. Mit Wasserzugabe weniger trocken; eine dezente Heidehonig-Note im Hintergrund kommt hinzu sowie ein klein wenig Torf.
Unser Tipp: nicht zu viel Wasser nehmen - sonst werden die Eichenholznoten zu dominant!
Kommentare : Keine Kommentare »
Kategorien : Tastingarchiv, Allgemein