Whisky des Monats - April 2011

1 04 2011

2011_04_wdm2.jpgBenromach Traditional
- Naturbelassene Originalabfüllung von Gordon & MacPhail -

Benromach wurde 1898/1900 gebaut und gleich wieder geschlossen. Die Brennerei produzierte dann von 1907-1910 und von 1918-1931. Sie kam 1938 in den Besitz von National Distillers of America, die sie 1953 an DCL verkauft haben. 1966 und 1974 wurde Benromach renoviert, aber bereits 1983 wieder geschlossen und sogar teilweise abgerissen. 1987 wurde sie dann von United Distillers übernommen. Der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail erwarb 1992 Benromach, renovierte die Brennerei grundlegend und ging 1998 wieder in Produktion. Benromach verfügt lediglich über zwei relativ kleine Brennblasen: eine wash still mit 7.500 l Kapazität und eine spirit still mit 5.000 l; also ideal für eine unabhängige Firma wie Gordon & MacPhail, um einen qualitativ äußerst hochwertigen Single Malt zu produzieren.

Im Duft erst fruchtige und malzig-süßliche Aromen; dann leicht blumige Noten und ein wenig Torf im Hintergrund. Recht fester und etwas öliger Körper. Anfangs kräftig-würziger Geschmack mit angenehmen Vanillin-/Eichenholznoten, sowie blumigen und kräuterartigen Nuancen; gegen Ende tritt eine dezente Torfigkeit hinzu. Recht langer, leicht wärmender und torfiger werdender Abgang.

Die Wasserzugabe verstärkt die malzige Süße am Anfang und die Kräuternoten im Mittelteil; eine leichte, pfeffrige Schärfe kommt hinzu. Der Abgang wird länger, wärmender und etwas Trockener; am Ende bleiben die würzigen Eichenholznoten und etwas Torf stehen.

Unser Tipp: es ist äußerst reizvoll, verschiedene Verdünnungen auszuprobieren!



Whisky des Monats - März 2011

1 03 2011

2011_03_wdm2.jpgIsle of Jura 1997
- Naturbelassene Abfüllung von Dhun Bheagan -

Die einzige Brennerei auf der gleichnamigen Insel wurde wahrscheinlich schon 1810, sicher aber 1831 gegründet. 1876 wurde sie von James Ferguson gepachtet und renoviert. Vom 1. Weltkrieg bis 1960 blieb Jura geschlossen und wurde dann nach dreijähriger Bauzeit von Mackinlay McPherson (eine Tochtergesellschaft von Scottish & Newcastle) wiedereröffnet. 1978 Erweiterung der Destillerie-Kapazität von zwei auf vier Brennblasen. 1985 wurde die Brennerei von Invergordon, 1994 von der amerikanischen Firma Jim Beam übernommen. Seit 2001 im Besitz von Kyndal International.

Recht leichte und frische Nase mit dezenten Meeresaromen und leicht süßlichen Honignoten. Fester, leicht öliger Körper. Erstaunlich kräftiger und würziger Geschmack; anfangs leicht süßlich, dann etwas trockener werdend, mit einer sehr angenehmen Salzigkeit und dezenten, frischen Eichenholznoten im Hintergrund. Sehr langer, milder und leicht wärmender Abgang.

Die Wasserzugabe rundet den Whisky sehr gut ab, der Abgang wird sogar noch länger und kräftiger; die Eichenholznoten werden etwas verstärkt, die salzigen und würzigen Noten bleiben sehr schön stehen.

Unser Tipp: Unbedingt mit Wasser experimentieren!



Whisky des Monats - Dezember 2010

5 12 2010

2010_12_wdm2.jpgStronachie 12 y.o.
- Lost in time, not in spirit… -

Stronachie wurde in den 1890er Jahren in einem abgelegenen Tal in der Nähe von Forgandenny (zwischen Perth und Kinross) gebaut. 1907 wurde sie von James Calder erworben und 1926 an die Distillers Company Ltd. verkauft. Wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse und hoher Kohle- und Getreidepreise wurde die Brennerei um 1930 geschlossen und abgerissen.
Die Firma A. D. Rattray (gegründet 1868) repräsentierte Stronachie bereits im späten 19. Jhdt. und erwarb später die Namensrechte. Mit Hilfe einer Originalabfüllung von 1904 wird der Stronachie Single Highland Malt heute in der Benrinnes Destillerie (gegründet 1834) produziert. Benrinnes destilliert in einem ungewöhnlichen, teilweise dreifachen Brennverfahren (je zwei wash, intermediate und spirit stills).

Frischer, fruchtiger und leicht blumiger Duft mit etwas Vanillin und Heidekraut. Mittelschwerer, recht voller und fester Körper. Im Geschmack anfangs süßliche, getreideartige Noten, Vanille und ein wenig Lakritz; dann eine leichte, pfeffrige Schärfe, sowie trockene und würzige Eichenholznoten.

Langer und angenehm wärmender Abgang; gegen Ende trockener werdend. Mit Wasserzugabe weniger trocken; eine dezente Heidehonig-Note im Hintergrund kommt hinzu sowie ein klein wenig Torf.

Unser Tipp: nicht zu viel Wasser nehmen - sonst werden die Eichenholznoten zu dominant!



Whisky des Monats - November 2010

3 11 2010

2010_11_wdm_2.jpgGlenrothes 1998
- Chateau d’Yquem Finish -

1878 von William Grant & Co (nicht Glenfiddich) gebaut. 1887 fusionierte Glenrothes mit der Islay Distillery Co. (Bunnahabhain) zu Highland Distilleries Ltd. Bis heute ist die Brennerei im Besitz dieser Firma, die öfter ihren Namen und die Rechtsform änderte. Sie gehört heute zu Edrington and W. Grant (Glenfiddich). 1963 wurde Glenrothes von vier auf sechs und 1980 schließlich auf zehn Brennblasen erweitert. Der Malt von Glenrothes ist äußerst beliebt bei Herstellern von Blended Whisky, er findet sich insbesondere in der Marke Cutty Sark.

Kräutertöniger Duft mit Vanille, Butterscotch, frischem Eichenholz, fruchtigen Süßweinnoten und Melone; im Hintergrund leicht blumig. Voller, leicht öliger Körper.

Anfangs malzig-fruchtiger Geschmack; dann trockenere, würzige Eichenholznoten, Bittermandel und eine leichte Schärfe (Pfeffer) auf der Zunge. Sehr langer, würziger und angenehm wärmender Abgang; gegen Ende trockene Eichenholznoten.

Die Wasserzugabe rundet den Whisky sehr schön ab, die pfeffrigen Noten werden abgemildert; der Abgang bleibt unverändert lang, weniger trocken und leicht wärmend.

Unser Tipp: nicht zu wenig Wasser nehmen - die pfeffrige Schärfe wird dadurch verstärkt!

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Whisky des Monats - Oktober 2010

1 10 2010

2010_10_wdm_2.jpgMull-a-Mhoine (Ledaig)
- getorfte Variante aus der Tobermory Destillerie -

Die Brennerei wurde vermutlich 1795 von John Sinclair gegründet. Danach folgt eine komplizierte Eigentumsgeschichte; auf dem Label der Destillerieabfüllung wird 1823 als Gründungsjahr genannt. Seit 1916 gehört Tobermory zu DCL. Von 1930 bis 1972 war sie geschlossen und wurde als Ledaig Distillery wiedereröffnet. 1975 folgte ein erneuter Konkurs. 1978 wurde die Destillerie von Kirkleavington Property erworben und war bis 1981 unter dem Namen Tobermory in Betrieb; dann erneut geschlossen bis 1989. Seit 1990 ist die Brennerei wieder in Produktion und wurde 1993 von Burn Stewart Distilleries gekauft.

Recht torfiger, rauchiger Duft; erinnert anfangs an geräucherten Schinken, dann an Leder. Mittelschwerer, leicht öliger Körper. Anfangs malzig-süßlicher Geschmack mit deutlichen Torfnoten und ein klein wenig Jod; dann leicht mandelartig und gegen Ende trockener werdende, würzige Eichenholznoten mit ein bischen Salz.

Relativ langer, torfiger und leicht wärmender Abgang; gegen Ende bleiben die dezenten, angenehm würzigen Eichenholznoten stehen. Die Wasserzugabe verstärkt die süßlichen Noten am Anfang, aber auch die trockenen Eichenholznoten am Ende - der Malt wird dadurch etwas unharmonisch.

Unser Tipp: besser auf Wasser verzichten!



Whisky des Monats - August / September 2010

3 08 2010

2010_082_wdm.jpgGlengoyne 10 y.o.
- The Real Taste Of Malt -

Die Brennerei wurde 1833 unter dem Namen Burnfoot lizensiert; sie ist möglicherweise aber schon älter. 1876 wurde sie von der Firma Lang Brothers erworben und in Glen Guin (Tal der Wildgänse) umbenannt. 1905 bekam die Destillerie dann ihren heutigen Namen Glengoyne. 1966/7 wurde Glengoyne renoviert und von zwei auf drei Brennblasen erweitert. Die beiden spirit stills (je 3.495 l) sind erstaunlich klein im Vergleich zur wash still (12.500 l). Das Malz für Glengoyne wird ausschließlich über warmer Luft getrocknet und hat daher keinerlei Torfgeschmack.

Frischer, sauberer und leicht blumig-süßlicher Duft mit ein wenig Vanillin. Mittelschwerer, aber fester Körper. Recht kräftiger, gut ausbalancierter, malziger Geschmack nach grünen Äpfeln, Eichenholz und ein wenig Toffee; gegen Ende gesellen sich dezente Mandelnoten und ein klein wenig Heidehonig hinzu.

Der Abgang ist erstaunlich lang für diesen recht jungen Whisky und wird gegen Ende etwas trockener. Etwas Wasser fördert sowohl im Duft als auch im Geschmack sehr würzige Kräuternoten zu Tage und verstärkt die mandelartigen Noten; der Abgang wird deutlich länger und ein wenig wärmend. Mit mehr Wasser treten die malzig-süßlichen Geschmacksnoten (Toffee) in den Vordergrund; der Abgang wird dafür umso trockener.

Unser Tipp: je nach persönlichem Geschmack sind verschiedene Verdünnungen möglich. Sie sollten aber die Wasserzugabe sehr vorsichtig steigern!

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Whisky des Monats - Juli 2010

2 07 2010

2010_04_wdm.JPGAuchentoshan 1997
- Unchillfiltered Collection von Signatory -

Angeblich wurde Auchentoshan (sprich: Ochentóschen) schon um das Jahr 1800, sicher aber 1830/34 von John Hart gebaut. Von 1837 bis 1878 war die Destillerie im Besitz der Familie Filshie. Dann wechselte häufig der Besitzer: Von C. H. Curtis zu A. Ferguson (1900), weiter zu George & John MacLachlan (1903), J. & R. Tennent (1960), Bass Charrington und Eadie Cairns (1969). Schließlich wurde Auchentoshan 1984 von Morrison Bowmore gekauft und gründlich renoviert. 1994 wurde Morrison Bowmore von der japanischen Firma Suntory übernommen. Der Malt von Auchentoshan wird noch im echten Dreifach-Brennverfahren mit drei separaten Brennblasen destilliert.

Sehr floraler, frischer und kräutertöniger Duft. Recht fester, leicht öliger Körper. Anfangs leicht süßlicher Geschmack; dann sehr würzige Noten, mit einer dezenten Salzigkeit unterlegt und gegen Ende trockener werdend.

Recht langer Abgang mit einer angenehm unaufdringlichen Vanillin-/Eichenholznote; gegen Ende ebenfalls trockener werdend.
Die Wasserzugabe verstärkt natürlich den Duft, aber auch die süßlichen Geschmacksnoten; die Salznote verschwindet und der Abgang wird weniger trocken.

Unser Tipp: entweder pur oder nur mit wenig Wasser genießen - sonst wird der Malt zu süß!



Whisky des Monats - Mai / Juni 2010

2 05 2010

wdm_05_2010.JPGDeanston 12 y.o.
- Naturbelassene Destillerieabfüllung mit 46,3% Vol. -

1956/7 von der Deanston Distillery Co. Ltd. aus einer 1784/5 gebauten Baumwollmühle in eine Whiskybrennerei umgewandelt. 1972 wurde Deanston von Invergordon Distillers Ltd. übernommen und 10 Jahre später geschlossen. 1990 wurde die Brennerei von Burn Stewart Distillers erworben und wiedereröffnet; seit 2003 im Besitz einer “Holding” aus Trinidad (CL Financial). Jeweils zwei “wash stills” (20.000 Liter) und zwei “spirit stills” (17.000 Liter).

Im Duft erst Kräuternoten, dann kommen fruchtige und leicht heuartige Noten hinzu. Recht voller und etwas öliger Körper. Sehr malziger, leicht fruchtiger Geschmack; gegen Ende deutlich trockener werdend und mit einer äußerst angenehmen, leichten Schärfe (Pfeffer) auf der Zunge.

Sehr langer, leicht trockener Abgang mit frischen, dezenten Eichenholznoten. Die Wasserzugabe verstärkt sehr schön den Duft und die malzig-süßlichen Geschmacksnoten; der Whisky wird noch runder und milder.

Unser Tipp: verschiedene Verdünnungen sind möglich - experimentieren Sie etwas!



Whisky des Monats - März 2010

2 03 2010

2010_03_wdm_2.jpgDailuaine 1997
- Unchillfiltered Collection von Signatory -

Die 1854 gegründete Brennerei war bis 1869 im Besitz der Familie Mackenzie. Von 1877 bis 1884 wurde Dailuaine komplett neu gebaut. 1890 kam sie in den Besitz einer Firma, die sich ab 1898 Dailuaine-Talisker Distilleries Co. Ltd. nannte; diese ging dann 1916 in der DCL auf. Nach einem Feuer im Jahr 1917 wurde Dailuaine wiederaufgebaut, 1959/60 renoviert und von vier auf sechs Brennblasen erweitert. 1987 wurde sie schließlich von UD (United Distillers), heute Diageo übernommen. Wie bei Talisker wird der Malt von Dailuaine hauptsächlich für die Blends von Johnny Walker verwendet.

Frischer, leicht würziger Duft nach Kräutern und ein wenig Heidehonig. Kräftiger, leicht öliger Körper. Anfangs etwas malziger Geschmack; dann trockener werdend und sehr würzig, gegen Ende mit einer leichten Schärfe (Salz) und ein wenig Torf.

Sehr langer, angenehm wärmender Abgang mit Vanillenoten; gegen Ende trockener werdend und mit dezenten, frischen Eichenholznoten untermalt. Die Wasserzugabe verstärkt die malzig-süßlichen Noten und mildert die Schärfe deutlich ab; der Whisky wird insgesamt sehr viel weicher und runder.

Unser Tipp: ein klein wenig Wasser reicht völlig aus! Sonst wird der Abgang zu trocken.



Whisky des Monats - Februar 2010

6 02 2010

2010_02_wdm_2.jpgThe Glendronach 12 y.o.
- Matured in Sherry Casks -

Glendronach wurde bereits 1826 von James Allardice gebaut; sie ist damit eine der ersten lizensierten Brennereien in den Highlands. Von 1852 bis 1880 war sie im Besitz von Walter Scott (Teaninich Destillerie). 1920 erwarb ein Sohn von William Grant (Glenfiddich) die Glendronach Brennerei, 1960 kam sie in den Besitz der Firma William Teacher & Sons; diese wiederum wurde 1976 von Allied Breweries übernommen. Da die Brennblasen von Glendronach recht klein sind (wash stills je 13.635 l, spirit stills je 6.800 l), wurde die Brennerei bereits 1966/7 von zwei auf vier Brennblasen erweitert. Die aktuelle Abfüllung wurde mit den traditionellen floor maltings, den hölzernen washbacks und der direkten Kohlebefeuerung der Brennblasen produziert. Von 1996 bis 2002 war Glendronach geschlossen. Der neue Eigentümer Pernod Ricard verkaufte die Brennerei schließlich 2008 an die Firma The Benriach Distillery.

Intensiver, süßlicher Duft nach Sherry und Beerenfrüchten, im Hintergrund mit Heu- und Kräuternoten. Voller und leicht öliger Körper. Mundfüllender Geschmack nach Sherry und Beerenfrüchten, untermalt von einer ingwerartigen Würze; gegen Ende mit trockeneren Eichenholznoten.

Langer und angenehm wärmender Abgang mit leicht nussigen Geschmacksnoten. Die Wasserzugabe fördert im Duft süßliche Fruchtnoten (Mango?!) zutage; der Geschmack wird ebenfalls süßlicher, aber auch runder; gegen Ende treten dann wieder die trocken-würzigen Eichenholznoten hervor.

Unser Tipp: es ist sehr reizvoll, unterschiedliche Verdünnungen auszuprobieren!